Die Welt

vom 20. Februar 1999:

Vom Paddelboot zum
vollwertigen Katamaran in 15 Minuten

Ein neues Sportgerät für Einsteiger: So schnell aufs Wasser wie ein Surfer - leichte Montage, überzeugende Segeleigenschaften



Auf dem Dach eines Mittelkasseautos
problemlos zu transportieren...



...mit etwas Übung in lediglich 15 Minuten zu montieren, lässt sich...



...der "Vario Cat" auf allen Gewässern
schnell einsetzen
VON FABIAN WOLFF

Peissenberg - Die entsprechenden Umfragen sind nicht neu, ihre Ergebnisse ebenfalls bekannt: "Welche Sportart würden Sie gerne ausüben", fragen die Demoskopen verschiedener Freizeitforschungsinstitute in schöner Regelmäßigkeit, und genauso konstant wie die Fragen sind die Antworten: Stets landet der Wassersport in seinen verschiedenen Ausprägungen hier auf den vorderen Plätzen. Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit, denn konsequent zu Ende formuliert müßte die Frage lauten: "Welche Sportart würden Sie gerne ausüben, wenn Zeit und Geld keine Rolle spielen" - jene beiden Faktoren, die nur allzu oft als übermächtiger Deich vor dem Einstieg in den Wassersport stehen. Segeln und Motorbootfahren sind nun einmal keine billigen Aktivitäten, und überhaupt, was das an Zeit kostet: Rausfahren zum Liegeplatz, bis man endlich auf dem Wasser ist, ist der Tag schon fast wieder rum - für passionierte Wassersportler kein Problem, für Einsteiger aber Argumente, ihre Freizeit doch anderweitig zu verbringen.
"Der Mensch", philosophiert Manfred Rassweiler in solchen Situationen gerne, "geht immer den Weg des geringsten Widerstandes - auch und gerade, wenn es um seine Freizeit geht". Was liegt da näher, als die Widerstände zu minimieren anstatt mühsame Missionarsarbeit zu leisten. Rassweiler, eigentlich gelernter Elektrotechniker heute Inhaber eines Kajak- und Qutdoor - Geschäfts im bayerischen Peissenberg, hat zu diesem Behufe ein Sportgerät entwickelt, das beides spart: Zeit und Geld, und zwar ohne Einbußen am Spaß.
Sein "Vario Cat" getauftes Gefährt braucht keinen Liegeplatz, läßt sich bequem auf dem Dach eines Mittelklasse-autos transportieren, mit ein wenig Übung in rund einer Viertelstunde zusammenbauen, an jedem Ufer ins Wasser schieben, bietet Platz für zwei Erwachsene und zwei. Kinder und dazu noch berzeugende Segeleigenschaften. Soweit die Theorie. Wer das zerlegte Gefährt auf dem Autodach sieht, zweifelt allerdings zunächst. Zum einen sind Katamarane ohnehin nicht jedermanns Sache, solche mit zwei Kajaks als Schwimmern schon gar nicht. Aber gemach.
Routiniert legt Rassweiler die Einzelteile aus: Zunächst die beiden Rümpfe, handelsüblichen PE-Seekajaks der Firma Prijon, natürlich dank der mitgelieferten Paddel auch als solche zu gebrauchen. Dann den teilbaren, je nach Ausführung zwischen sechs und 6,65 Meter langen Mast. Den montierten, festen Rahmenaufsatz aus Aluminiumrohren mit Vorstagausleger und eingearbeitetem Trampolin, das Platz für zwei Erwachsene und zwei Kinder bietet. Auch das Klappschwert (mit Schwertaufholer) bleibt nach einmaliger Vormontage fest mit dem Rahmen verbunden, an dessen vier Ecken jeweils ein Fuß eingesteckt wird, der wiederum in die Einstiegs-luken der Kajaks gestellt und dort mit Spanngurten fixiert wird. Anschließend werden die Luken mit Spritzdecken abgedichtet. Den Mast legt man längs auf den Rahmen, hängt die Wanten ein, richtet den Mast mit dem Vorstag auf und verbindet es mittels Spannhebel mit dem Rahmen. Dann wird das Groß in die Mastnut eingefädelt und über das Großfall hochgezogen. Anschließend wird nur noch der Großbaum am Mast mit einem Splint gesichert und die Großschot sowie das Steuer-ruder eingehängt. All diese Montagearbeiten lassen sich mit einiger Übung in rund einer Viertelstunde bewerkstelligen. So wackelig sich die Verbindung zwischen Rahmen und Schwimmkörper (das müssen nicht unbedingt die angebotenen Kajaks sein, Rassweiler ist das Gerät auch schon mit zwei Baumstämmen gesegelt, auch Schlauchkanadier, Faltboote oder ähnliches lassen sich als Schwimmer verwenden) in der theoretischen Beschreibung anhört, so solide ist sie in der Praxis.
Die ersten Meter auf dem Wasser lassen dann alle eventuell noch vorhandenen Vorurteile rasch über Bord gehen: Der "Vario Cat" kommt selbst bei schwachem Wind praktisch sofort in Fahrt, ist dabei selbst bei "bestem" Willen kaum ins Kippeln zu bringen. Wird der Wind stärker, kann man sich das Ausreiten auf' einer der Kanten getrost sparen - satt liegt das ungewöhnliche Gefährt auf dem Wasser, dreht dabei wie eine Jolle auf engstem Raum um das Schwert, nicht um die Schwimmer. Die Quertriebs-kräfte werden statt vom Leeschwimmer vom Rahmen aufgenommen, der - Prüftechniken aus der Autoindustrie haben es bewiesen - höchsten Belastungen standhält. Ohne die Großschot zu fieren, läßt sich der "Vario Cat" mit seinem rotierenden Mast wenden, die lieferbare Selbstwendefock trägt das ihre zur Beweglichkeit bei. Zwar weist Rassweiler in seiner Beschreibung und auch im Gespräch immer wieder darauf hin, mit dem "Vario Cat" ein Einsteigersportgerät gebaut zu haben, für das er drei Windstärken als Grenze angibt.
Er selbst aber war auch schon bei sieben Windstärken mit seinem Gefährt auf dem Wasser, und wer eine Testfahrt absolviert hat, glaubt ihm das unbesehen, zumal das durchgelattete Groß (je nach Ausführung zwischen sechs und 8,5 Quadratmeter Fläche) zweifach reffbar ist. Als Sonderausstattung gibt es zudem die gut zwei Quadratmeter große Fock (in der sogenannten Racing-Ausführung ist sie serienmäßig mit dabei).
Will man ein Fazit ziehen, muß man dem "Vario Cat" bescheinigen, ein vielseitiges und dabei durchaus preiswertes, vor allem aber tatsächlich praktisches Sportgerät zu sein. Er ist leicht zu transportieren (für die Flugreise kann man beispielsweise auch die Rümpfe daheim lassen und Schwimmer (Kajaks oder ähnliches) vor Ort mieten, schnell aufzubauen und überzeugt durch überaus gutmütige, leicht beherrschbare Segeleigenschaften. Und bei einem Preis ab 5600 Mark für die Economy-Ausführung (die Standardausführung kostet 6400, die Racing-Version 7200 Mark) könnte Rassweiler gelingen, was Lohn seiner jahrelangen Tüftelei sein soll: Das Erschließen ganz neuer Einsteigerpotentiale für den Wassersport - Leute eben, die auch nach Feierabend noch kurz zwei Stunden aufs Wasser gehen und sportlichen Segelspaß allein oder mit Familie genießen und dabei so mobil wie ein Surfer sein wollen, aber eben mit einem "richtigen" Segelboot. Und wenn es einmal gar keinen Wind hat, läßt sich ein bis zu vier PS starker Außenborder montieren, oder man greift einfach zum Paddel und nutzt die beiden Kajaks in ihrer ursprünglichen Form. Wer sich den "Vario Cat" live anschauen will, kann das übrigens ab heute bis zum kommenden Sonntag auf der Messe CBR in München.
Informationen: Kajakhütte, Zur Alten Berghalde 3, 82380 Peissenberg, Tel. 08803/46 70.

Der " Vario Cat" im Internet:
www.kajak-huette.de



Auch bei leichten Winden kommt der Katamaran
praktisch sofort in Fahrt und lässt sich wie eine Jolle manövrieren

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